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Unser DIY Camper – Vom Transporter zum Wohnmobil

Wir hatten eigentlich keine Ahnung von Autos. Und schon gar nicht davon einen Transporter auszubauen. Alles was das Fahren, Tanken und den Reifenwechsel überstieg, siedelte für uns irgendwo zwischen “das sieht aber kompliziert aus” und Magie.

Trotzdem wagten wir den Schritt und erfüllten uns den langjährigen Traum vom eigenen DIY Camper.

DIY, also Do it yourself, ist dabei nicht nur Name, sondern auch Programm. Denn beim Ausbau unseres 20-Jahre alten Citroen Jumpers war und ist uns besonders wichtig, so viel wie möglich selber zu machen.

Während sich der Transporter langsam aber sicher in ein Wohnmobil verwandelte, lernten wir fast jeden Tag etwas Neues dazu, z.B.: Rostbehandlung, Dämmung, Fenster-Einbau usw usw usw…

Inzwischen ist unser DIY Camper, nach 1,5-Jahren Ausbauzeit, zu ca. 95% fertig. Es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten, wie z.B. Auszüge in der Heckgarage und eine Heizung. Auf jeden Fall aber nichts, was uns davon abhalten konnte den Mietvertrag für unsere Doppelhaushälfte zu kündigen und im September 2020 einzuziehen.

In diesem Beitrag möchten wir Dich am Fortschritt unseres Projekts teilhaben lassen und Dir erzählen, was wir dabei lernen und welche Erfahrungen wir sammeln konnten.

Unser Weg zum DIY Camper

Unser DIY Camper Ausbau im Verlauf

Da wir ja keine Ausbau-Profis waren bzw. sind, hat natürlich auch nicht immer alles sofort so geklappt, wie wir es uns vorgestellt hatten. So mussten wir z.B. schon gleich am Anfang einen größeren Rückschlag wegstecken.

Der erste Versuch einen Kastenwagen auszubauen

2018 wollten wir nicht mehr länger nur vom Ausbau eines eigenen DIY Campers träumen, sondern Nägel mit Köpfen machen. Also plünderten wir unsere hohe Kante und durchsuchten das Internet nach einem passenden Kastenwagen für unser Projekt.

Klingt eigentlich ganz einfach, war es aber gar nicht. Denn anders als erwartet, waren gute Angebote ziemlich rar. Und wenn wir dann mal eines erblickten, war der Transporter auch schon wieder vergriffen…

Im Oktober 2018 hatten wir dann aber Glück (dachten wir zumindest) und fanden einen 13 Jahre alten Fiat Ducato. Diesen wollten wir nun in ein gemütliches Zuhause auf Rädern verwandeln.

Fiat Ducato für den Ausbau zum DIY Camper

Und obwohl die Temperaturen eher winterlich geprägt waren, kamen wir zunächst eigentlich ganz gut voran.

Leider bemerkten wir aber nach kurzer Zeit, dass der Ducato etwas Öl verlor. Bei einem alten Fahrzeug zwar nicht zwingend etwas Ungewöhnliches, wir fuhren sicherheitshalber aber trotzdem mal in die Werkstatt.

Das Ergebnis traf uns unerwartet und gefiel uns entsprechend gar nicht.

Der Transporter verlor nämlich nicht nur Öl, sondern auch Diesel… Eine Reparatur wäre zwar nicht unmöglich gewesen, hätte unsere finanziellen Reserven aber mehr als überfordert.

Das es doch so schlecht um den Ducato stand, hätten wir nicht gedacht. Aber so ärgerlich es auch war, unser DIY Camper Projekt verlangte einen Neustart.

Erfahrungen sammeln und Lehrgeld zahlen

Uns von dem Ducato zu trennen warf uns nicht nur in unserer Planung zurück, sondern kostete uns auch eine kleine Stange Lehrgeld. Trotzdem konnten wir viel durch diesen Rückschlag lernen.

Immerhin hatten wir ein gutes Übungsobjekt für das Thema Rostbehandlung. Und zusätzlich konnten wir erste Erfahrungen im Einbau eines Wohnmobil Fensters sammeln.

Bei den nächsten Transportern, die wir besichtigten, achteten wir zudem nun noch genauer auf “Kleinigkeiten”.

Worauf Du beim Kauf eines gebrauchten Kastenwagens für den Ausbau zum DIY Camper achten solltest

Durch die vielen verschiedenen Busse und Transporter, die wir uns live oder im Internet angesehen haben, lernten wir im Laufe der Zeit, (vor der Kontaktaufnahme bzw. dem Kauf) auf bestimmte Dinge zu achten:

  • Wie sehen die Bremsscheiben aus? Sind diese rostig, oder sehen “komisch” aus, stand das Fahrzeug entweder längere Zeit, oder es gibt Probleme mit der Bremse.
  • Sieht der Motor feucht aus? Wenn der Motorblock feucht oder sogar nass aussieht, dann kann dies auf Probleme mit den Dichtungen hindeuten. Befindet sich unter dem Fahrzeug ein Ölfleck, auch wenn es nur ein kleiner ist, dann kann dies in der Reparatur später teuer werden.
  • Sieht der Motor für sein Alter zu gut aus? Der Motor kann aber auch aussehen, als wäre er gerade frisch geputzt und auf Hochglanz poliert worden. Leider kann genau das auch der Fall sein, wenn der Verkäufer z.B. einen sonst feuchten Motor vertuschen möchte.
  • Ist eine Probefahrt möglich? Eine Probefahrt sollte immer möglich sein und auch genutzt werden. Wenn ein Verkäufer sich hier quer stellt, dann lieber Finger weg.
  • Hat der Transporter noch TüV? Wenn der TüV schon seit längerer Zeit abgelaufen ist, kann daraus geschlossen werden, dass der Transporter schon längere Zeit nicht oder sehr wenig bewegt worden ist. Oft mögen Autos aber keine langen Standzeiten. Wenn der TüV erst kürzlich abgelaufen ist, oder demnächst abläuft, kann es ein Zeichen dafür sein, dass teure Reparaturen nötig sind um an eine neue Plakette zu kommen.
  • Wie alt sind die Reifen? Auf Autoreifen ist oft das Jahr ihrer Herstellung zu finden. Dies sollte möglichst nicht länger als zehn Jahre in der Vergangenheit liegen. Und zusätzlich sollten die Reifen noch über ausreichend Profil verfügen.
  • Wann wurde der Zahnriemen das letzte Mal gewechselt? Ein Zahnriemen sollte alle fünf bis zehn Jahre bzw. alle 60.000 bis 240.000 Kilometer gewechselt werden. Die Kosten für einen Wechsel liegen, je nach Fahrzeug und Werkstatt, im Durchschnitt zwischen 100 und 400 Euro. Wenn der Riemen also kurz vor seiner Verschleißgrenze steht, solltest Du diese Kosten mit einplanen.
  • Wie viele Kilometer hat der Transporter schon hinter sich? Ducatos, Sprinter, Jumper, Transits usw… sind echte Arbeitstiere und es finden sich nicht selten Angebote mit hohen Laufleistungen, jenseits der 400.000 Kilometer-Grenze. Wenn Du noch lange etwas von Deinem DIY Camper haben möchtest, sollte der Kilometerstand allerdings nicht zu hoch sein. Unser Ducato war mit seinen knapp 300.000 Kilometern z.B. schon ziemlich auf.
  • Wann kommt die Kupplung? Wenn Du während der Probefahrt feststellst, dass die Kupplung erst sehr spät kommt, z.B. wenn das Pedal schon fast ganz oben ist, dann solltest Du den Verkäufer darauf ansprechen. Im besten Fall muss nur das Kupplungsseil nachgezogen werden, aber es kann auch bedeuten, dass die Kupplung ausgetauscht werden sollte.
  • Wie rostig ist der Transporter? Rost ist zwar generell nichts Schlimmes, wenn es aber bereits Löcher gibt und / oder der Rost sich an ungünstigen Stellen eingenistet hat (Radkästen, Schweller), dann kannst Du später Probleme bekommen, wenn z.B. die nächste Hauptuntersuchung ansteht. Wenn Du also starke Roststellen bzw. Löcher findest, solltest Du schon etwas Zeit und / oder Geld für Schweißarbeiten einplanen. Leichter Rost lässt sich aber mit etwas Schleifen und Lackieren ganz einfach entfernen, wie Du in diesem Beitrag nachlesen kannst: Rostbehandlung beim Wohnmobilausbau.
  • In welchem Zustand ist der Fahrersitz / Sitzbezug? Häufiges Ein- und Aussteigen können den Fahrersitz einseitig abnutzen, so dass dort z.B. Risse entstehen. Für den Sitz selber ist es nicht so schlimm, es kann aber ein Hinweis darauf sein, dass das Fahrzeug immer nur für kurze Strecken bewegt wurde. Und das mag ein Dieselmotor gar nicht gerne. Wird dieser nämlich aufgrund kurzer Strecken nicht richtig warm, kann es dem Motor auf Dauer schaden.
  • Wie ist der Stand der Bremsflüssigkeit? Hat das Fahrzeug eine hydraulische Kupplung, wird diese meist auch hierüber mit der Hydraulikflüssigkeit versorgt. Ist der Stand niedrig kann dies auf verschlissene Bremsen, eine verschlissene Kupplung oder einen undichte Hydraulikleitung (Bremsen/Kupplung) hindeuten.
  • Wie sieht das Kühlwasser aus? Hat es eine ölige Konsistenz, kann dies auf eine defekte Zylinderkopfdichtung, oder sogar auf ein größeres Problem des Motors zurückzuführen sein.

    Vielen Dank an: DasLangeSuchen für die Ergänzung der beiden letzten Punkte in den Kommentaren.

Was Du schon vor dem Kauf Deines künftigen Campers beachten solltest, haben wir in diesem Beitrag für Dich zusammengefasst: So findest Du den richtigen Van für Deine Abenteuer

DIY Camper – Klappe die Zweite: Unser “neuer” Citroen Jumper

Wir waren also wieder ganz am Anfang und auf der Suche nach einem Transporter. Anders als beim ersten Mal hatten wir diesmal allerdings schon konkretere Vorstellungen davon auf welcher Basis wir unser Wohnmobil ausbauen wollen.

Welcher Transporter eignet sich für den Ausbau zum Wohnmobil?

Für den Ausbau eines DIY Campers sind natürlich die Maße des Laderaums besonders wichtig. Immerhin bestimmen diese Zahlen ja die spätere Wohnfläche, ob Stehhöhe gegeben ist und z.B. auch ob das Bett quer eingebaut werden kann.

Zunächst hatten wir daher diese Kastenwagen in der näheren Auswahl:

Jumper, Ducato, Boxer ab ’06LängeBreiteHöhe
L2H23,12m1,87m1,93m
L3H23,71m1,87m1,93m
Renault Master
L3H23,73m1,77m1,89m

Warum es gerade diese Transporter waren, haben wir im Beitrag “Welcher Kastenwagen eignet sich für den Ausbau zum Wohnmobil?” zusammengefasst.

Am Ende entschieden wir uns dann aber doch für ein anderes bzw. älteres Modell.

Ein 20-Jahre alter Citroen Jumper wird zum DIY Camper

Mitte März 2019 war es dann endlich soweit… also wieder. Wir entdeckten einen 20-Jahre alten Citroen Jumper und machten uns sehr spontan (am Freitag um 22 Uhr sahen wir die Anzeige und am Samstag um 7 Uhr saßen wir im Auto) auf die 500 Kilometer lange Reise nach Würzburg um einen Blick auf den Transporter zu werfen.

Noch am selben Tag unterschrieben wir den Kaufvertrag und freuten uns, dass es ENDLICH weitergehen konnte. Wir mussten zwar noch einen Monat warten, bis wir unseren Jumper abholen konnten, aber in Sachen Geduld waren wir ja zum Glück inzwischen geübt.

Schritt für Schritt vom Transporter zum Wohnmobil

Den Ausbau unseres DIY Campers haben wir natürlich im Blog begleitet. Hier kannst Du die einzelnen Beiträge nachlesen:

Unser DIY Camper entsteht

In der Galerie kannst Du den Ausbau unseres DIY Campers Bild für Bild mitverfolgen:

  • Der Ausbau unseres DIY Campers beginnt
  • Rostbehandlung im Innenraum
  • Rostbehandlung auf dem Dach
  • Löcher für das Seitenfenster bohren
  • Das Dachfenster einbauen
  • Unser DIY Camper mit beiden Dachfenstern
  • Unser DIY Camper von der Seite
  • Bodenplatte einbauen
  • Decke isolieren
  • Seitenwände isolieren
  • Garage vorbereiten
  • Die Radkästen werden verkleidet
  • Kleine Pause
  • Das Bett entsteht
  • Die Matratze zuschneiden
  • Das Bett im Härtetest
  • Das Bett in unserem DIY Camper
  • Verkabelung im Innenraum
  • Cathi sägt die Seitenwände der Duschkabinen aus
  • Die erste Duschkabinenwand ist eingebaut
  • Der Küchenblock
  • Cathi schraubt die Deckenverkleidung an
  • Flo schraubt die Deckenverkleidung an
  • Heckansicht unseres DIY Campers
  • Volle Konzentration beim Verlegen der Kabel
  • Unser DIY Camper im Wandel der Zeit
  • Jean vorher und Stand Oktober 2019
  • Cathi und Flo bauen aus
  • Unser Jean mit Deckenverkleidung
  • Unser DIY Schlafzimmer
  • Unsere DIY Spüle
  • Hängeschrank im DIY Camper
  • Stromkasten im Podest
  • DIY Camper Stromversorgung
  • Hängeschrank einstellen
  • Es werde Licht
  • Unser Zwirbeljean von der Seite
  • Das Schlafzimmer im DIY Camper
  • Küchenschrank im Selbstausbau
  • DIY Klapptisch
  • Gaskasten bauen
  • Gaskasten Konstruktion
  • Gaskasten abdichten
  • DIY Camper - Küche und Esszimmer
  • Ein Hängeschrank für die Küche
  • DIY Van Kitchen
  • Hängeschränke optimieren
  • Hecktüren verkleiden
  • Unser DIY Camper Ausbau

Wissenswerte Blogbeiträge für Deinen Camper Ausbau

Alle Beiträge über den Ausbau unseres DIY Campers findest Du auch in der Kategorie: Schritt für Schritt zum eigenen Wohnmobil

Moin, wir sind Cathi und Flo. Vanarang.de ist ein Vanlife Blog über Roadtrips, unseren Wohnmobilausbau und der Freude daran schöne Orte zu besuchen.

Kommentare

  • 15. August 2019

    Vielleicht noch als Ergänzung zu Euren Tipps oben, worauf beim Kauf eines Fahrzeuges zu achten ist:

    – Flüssigkeitsstande der Bremsflüssigkeit: Hat das Fahrzeug eine hydraulische Kupplung, wird diese meist auch hierüber mit der Hydraulikflüssigkeit versorgt. Ist der Stand hier niedrig kann dies auf verschlissene Bremsen, eine verschlissene Kupplung oder einen undichte Hydraulikleitung (Bremsen/Kupplung) hindeuten.

    – Kühlwasserstand: Ist es ölig, kann dies auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hindeuten oder gar auf einen größeren Defekt des Motors

    Antworten
  • 10. August 2020

    Wir haben auch einen VW in einer Garage St. Gallen günstig erwerben können und möchten es so für unsere Reisen ausbauen. 🙂 Danke für den super Beitrag, welcher uns weiterhilft!

    Antworten
  • 22. Oktober 2020

    Richtig coolen Blog habt ihr! Macht Spaß eure Beiträge zu lesen 🙂 LG Luisa von http://zungenspitzengefuehl.com

    Antworten

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