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So haben wir unseren DIY Gaskasten gebaut

So haben wir unseren DIY Gaskasten gebaut

Enthält Werbelinks.Weitere Informationen am Ende des Beitrags.

Der Gaskasten ist eines der Dinge, für die wir eine gefühlte Ewigkeit im Internet recherchiert haben. Zwar fanden wir hier und da ein paar (für uns) nützliche Informations-Häppchen, aber so richtig zufrieden waren wir dem Ergebnis unserer Suche leider nicht.

Selbst ein (passender) fertiger Kasten war nirgends aufzutreiben…

Am Ende blieb uns also nichts Anderes übrig, als es so zu machen, wie wir es für richtig hielten. Was bei der Gasprüng dann sogar mit einem Lob des Prüfers belohnt wurde.

In diesem Beitrag zeigen wir Dir, wie wir beim Bau unseres Gaskastens vorgegangen sind.

Wichtig:
Gasflaschen sind zwar ziemlich sicher, trotzdem solltest Du mit der nötigen Vorsicht an den Anschluss bzw. Einbau einer Gasanlage herangehen und Dein Werk anschließend vom TÜV oder einem ähnlichen Anbieter abnehmen lassen bzw. Dich vorab dort auch nochmal bezüglich der Regeln und Vorgaben beraten lassen.

Material und Werkzeug für den Gaskasten

Aus welchem Material Du Deinen Gaskasten baust, kannst Du Dir im Prinzip selber aussuchen. Achte nur darauf, dass am Ende alles dicht ist und Du in die Wände schrauben kannst, ohne dass die Schrauben auf der anderen Seite wieder herausgucken 😉

Für unseren Gaskasten bzw. die Gasanlage mit einer 5kg Flasche haben wir das folgende Material verwendet:

Welche Vorgaben muss ein Gaskasten erfüllen?

Da der Umgang mit Flüssiggas ein sicherheitsrelevantes Thema ist, gibt es natürlich ein paar Dinge, die Du beim Bau eines Gaskastens bzw. beim Einbau einer Gasanlage beachten solltest. Das sind unter Anderem:

  • Der Gaskasten muss zum Fahrzeuginnenraum dicht sein
  • Im Boden muss sich eine mindestens 100cm² große Lüftungsöffnung befinden (Gas ist schwerer als Luft und sollte doch mal irgendwas undicht sein bzw. ein “Leck” entstehen, kann das Gas aus diesem Loch “herausfallen” und sammelt sich nicht im Gaskasten.)
  • Diese Öffnung darf sich nicht in der Nähe einer Hitzequelle (z.B. Auspuff) befinden
  • Die Gasflasche muss an einen Druckminderer mit Caravan-Zulassung angeschlossen sein (erkennbar an einem entsprechenden Symbol, dazu später mehr)
  • Druckminderer und Gasrohr werden mit einem maximal 40cm langen Gasschlauch verbunden
  • Der Schlauch wird nicht direkt mit einem Verbraucher (z.B. Kochfeld) verbunden
  • Die Gasflasche wird gesichert, so dass sie z.B. während der Fahrt nicht umkippen kann
  • Im Gaskasten dürfen keine Zündquellen vorhanden sein
  • Auch elektrische Anschlüsse gehören nicht in den Kasten
  • Zur Tür hin muss der Kasten über eine mindestens 5cm hohe Schwelle verfügen

Wie weiter oben bereits geschrieben, solltest Du Dich vorab auch noch beim TÜV oder der Prüfstelle informieren, welche Regelungen für den Einbau einer Gasanlage gelten. Meist gibt es dort ein Merkblatt auf dem alle wichtigen Punkte aufgelistet sind.

Was für Abmessungen hat eigentlich so ein Gaskasten?

Bevor es an den eigentlichen Bau des Gaskastens ging, haben wir überlegt welche Maße dieser eigentlich haben sollte. Später müssen ja eine 5kg Gasflasche samt Anschlüssen in das Ding passen und noch Platz zum Wechseln der Flasche bleiben. Wäre ja blöd, wenn wir sie nicht mehr raus bzw. rein bekommen würden.

Das war übrigens eines der Dinge zu denen wir keine Informationen im Netz finden konnten.

Wir haben uns dann einfach eine leere Gasflasche besorgt und an dieser Maß genommen. Anschließend haben zu diesen Werten an allen Seiten noch ein paar Zentimeter hinzuaddiert, bis es (unserer Meinung nach) passend war.

Maß nehmen für den Gaskasten

Erst wollten wir den Kasten etwa 60cm hoch und 30cm breit bauen. Da wir uns aber unsicher waren, wie viel Platz Druckminderer, Gasschlauch und Co. benötigen werden, haben wir noch ein paar Zentimeter dazugerechnet.

So kamen wir letztlich auf die folgenden Abmessungen:

  • Breite: 35cm
  • Tiefe: 35cm
  • Höhe: 65cm

Gaskasten selber bauen: So haben wir es gemacht

Nachdem wir nun wussten, was der Gaskasten alles “können” muss und wie groß er werden soll, haben wir uns ein paar Konstruktionshölzer geschnappt und mit dem Bau des Grundgerüsts begonnen.

Das Grundgerüst

Zunächst mussten wir uns das Holz natürlich passend zusägen. Beim Abmessen haben wir darauf geachtet, dass unser Gerüst später die oben ausgerechneten Außenmaße haben wird.

Vor dem Verschrauben haben wir alle Löcher mit einem dünnen Holzbohrer vorgebohrt. Auf diese Weise wollten wir verhindern, dass die Konstruktionshölzer brechen während wir die Schrauben eindrehen. Anschließend haben wir die einzelnen Konstruktionshölzer miteinander verschraubt.

Dafür haben wir übrigens sogenannte Dielenschrauben verwendet. Das sind die mit dem glatten “Hals”. So verringert sich die Gefahr, dass die Hölzer beim Einschrauben auseinander gedrückt werden.

Grundgerüst DIY Gaskasten

Die Verkleidung

Als nächstes ging es dann ans Verkleiden des Gerüsts. Dafür haben wir uns 9mm starkes Birke Multiplex besorgt und es von allen Seiten in drei Schichten lackiert. Das Gleiche haben wir mit den Konstruktionshölzern gemacht.

Also Holz anpinseln, trocknen lassen und schleifen. Dann wieder anpinseln, wieder trocknen lassen und nochmal schleifen. Und weil es so schön war nochmal anpinseln, nochmal trocknen lassen und ein letztes Mal schleifen. Auf diese Weise ist das Holz optimal vor eindringender Feuchtigkeit geschützt und quillt uns unterwegs nicht auf, wenn die Luftfeuchtigkeit mal etwas höher ist.

Danach kam dann der erste Test, ob auch alles so passt, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Der erste Test, ob alles passt

Passt!

Das kleine Hintertürchen

Motiviert durch den erfolgreichen Test trugen wir den Kasten wieder zurück in unsere Küche um eine kleine Tür auf der Rückseite einzubauen. Diese soll es uns später ermöglichen die Gasflasche auch von Innen auf- und zudrehen zu können.

Öffnung für das zu- und aufdrehen der Gasflasche

Das ist für den Bau eines Gaskastens eigentlich nicht erforderlich, aber wir wollten es gerne so komfortabel wie möglich haben.

Natürlich mussten wir aber noch dafür sorgen, dass sich die kleine Klappe luftdicht verschließen lässt. Also haben wir uns etwas Fensterdichtung mit P-Profil besorgt.

Tür im Gaskasten abdichten

Das Zeug klebte an einigen Stellen leider nur so semi gut, daher mussten wir an den Kurven teilweise etwas mit Kleber nachhelfen.

Nachdem dann keine Luft bzw. kein Gas mehr rein oder raus konnte, mussten wir die Tür nur noch verschließen können. Dazu haben wir einfach einen Spannverschluss angebaut.

Klemmverschluss am DIY Gaskasten

Frische Luft für den Gaskasten

Im nächsten Schritt mussten wir Maß für die Zwangsbelüftung im Boden nehmen. Also haben wir den Gaskasten samt Küchenschrank wieder ins Auto geschleppt und uns die Position für den Ausschnitt markiert.

Dieser Schritt war wichtig, damit wir beim Sägen später keine bösen Überraschungen erleben und z.B. in die Schweller sägen.

Maß nehmen für die Belüftung

Danach wuchteten wir alles wieder nach draußen und kümmerten uns um den Ausschnitt für das Lüftungsloch.

Lüftungsloch vorbohren

Damit die Stichsäge einen leichten Einstieg hat, haben wir ihr zwei kleine Löcher vorgebohrt. Danach ging es dann ans eigentliche Aussägen.

Cathi bohrt ein Loch in den Boden

Und zack war da ein neues Loch im Boden.

Natürlich haben wir gleich getestet, ob es groß genug für das Lüftungsrohr ist: [x] check

Gaskasten und Küchenschrank werden eins

Anschließend haben wir dann alles sauber gemacht und den Bereich um das Loch herum in drei Schichten lackiert, damit uns auch hier keine Probleme durch Feuchtigkeit entstehen können.

Dann verschraubten wir den Gaskasten mit dem Küchenschrank und brachten die große Tür an. Auch hier kam wieder die P-Profil Fensterdichtung zum Einsatz und weil die Tür so groß ist, haben wir sie mit zwei Verschluss-Riegeln gesichert.

Der Küchenschrank zieht ein

Weiter ging es damit den Gas- / Küchenschrank mit der Bodenplatte und der Trennwand zum Schlafzimmer zu verschrauben.

Der Gas- / Küchenschrank ist eingebaut

Gaskasten abdichten

Eine der Voraussetzungen für so einen Gaskasten ist, dass dieser zum Innenraum hin dicht ist. Das Gas darf im Falle eines Lecks nur durch das Loch im Boden entweichen können.

Also war der nächste Schritt nun alles abzudichten.

Einige nutzen dafür Silikon, wir waren uns aber unsicher, ob es bei den Bewegungen des Fahrzeugs lange halten würde und haben uns dann für Pantera MS-3000/60 entschieden. Dieses Mittelchen kommt aus dem maritimen Bereich und sollte daher sowohl Erschütterungen als auch Feuchtigkeit aushalten können. Zusätzlich dichtet dieser Konstruktionsklebstoff nicht nur ab, sondern klebt gleichzeitig auch noch.

Pantera auftragen

Mit den Fingern und etwas Spüliwasser (mehr Wasser als Spüli) lässt sich der Kleber ganz einfach auftragen.

Damit sich keine kleinen Tiere oder Insekten in unserem Gaskasten einnisten, haben wir die Bodenlüftung mit Fliegengitter und Gitterblech gesichert. Beides haben wir uns passend zugeschnitten, so dass der Boden komplett bedeckt ist und dann, zusammen mit der Gasflaschenhalterung, angeschraubt.

Unsere Halterung besteht aus vier Standfüßen, auf denen die Gasflasche steht. Zur Sicherung der Flasche wird dann noch ein Haltegurt durch zwei der Füße gezogen, dann über die Gasflasche gespannt und festgezogen.

Es gibt übrigens keine vorgeschriebene Art der Sicherung, wichtig ist nur, dass die Gasflasche fest steht und nicht wackelt.

Noch ein Hinweis: Ohne die Standfüße würde die Gasflasche, in unserem Fall, das Lüftungsloch im Boden bedecken, was natürlich nicht so optimal wäre. Dank der Füße ist unter der Flasche aber ein kleiner Schlitz, durch den das Gas im Notfall nach draußen entweichen könnte.

Der Gasanschluss

Jetzt kommt das… sagen wir mal heikle Thema: Der Anschluss der Gasanlage. Das Ganze ist zwar kein Hexenwerk, trotzdem sollte aber mit dem nötigen Respekt an die Sache herangegangen werden. Immerhin handelt es sich bei Gas ja um einen Brennstoff und atmen kann man das Zeug auch nicht so gut.

Damit es im späteren Betrieb keine Probleme gibt, sollte nach dem Einbau also unbedingt kontrolliert werden, ob alle Leitungen dicht sind und die Anlage abgenommen werden, z.B. vom TÜV.

Kleiner Trick: Um die Verschraubungen und Verbindungen selber zu testen kannst Du z.B. Lecksuchspray oder Spüli mit ein wenig Wasser nutzen. Damit sprühst oder pinselst Du alle Stellen, an denen Gas austreten könnte ein und schaust, ob sich dort Bläschen bilden. Wenn Letzteres der Fall sein sollte, dann ist an dieser Stelle etwas undicht.

Wie ist unsere Gasanlage aufgebaut?

Erst mal haben wir uns das Gasrohr mit einem Gasrohrschneider in passende Stücke zerschnitten.

Der Gasrohrschneider im Einsatz

Dieses kleine Gerät hat die folgenden Vorteile:

  • Es gibt keine Sägespähne, die sich im Rohr sammeln und die angeschlossenen Geräte beschädigen können sobald die Leitung unter Druck steht
  • Die Schnittkanten sind sauber und frei von Graten, es muss also nichts mehr geschliffen werden
Gasrohr mit dem Gasrohrschneider zerschnitten

Danach haben wir ein passendes Loch in das Dach unseres Gaskastens gebohrt um es als Durchführung für das Rohr zu nutzen.

Wichtig: Dieses Loch muss natürlich auch abgedichtet werden, sobald das Rohr drinnen steckt.

Anschließend haben wir die einzelnen Stücke des Rohrs durch Schneidringe mit dem Gasschlauch und dem Rest der Leitung verschraubt. Anders als erwartet, brauchte es ganz schön Kraft die Dinger fest anzuziehen.

Zwischen die Enden des zerschnittenen Rohrs haben wir noch ein Schnellabsperrventil eingesetzt. Da wir eine kleine Tür in unserem Gaskasten haben und nur ein Verbraucher angeschlossen ist, bräuchten wir das Teil zwar nicht unbedingt, aber wir wollten lieber auf Nummer Sicher gehen.

Den Rest des Rohrs haben wir dann so gebogen, dass es zwischen das Ventil und den Anschluss des Gaskochfelds passt. Anschließend haben wir es auch hier mit Schneidringverschraubungen verbunden.

Wenn Du bisher noch keine Schneidringe angeschraubt hast, dann wird Dir in diesem Video gezeigt, wie es funktioniert.

Nachdem alle Schneidringverbindungen festgezogen waren, haben wir den Druckminderer an den Gasschlauch und an die Gasflasche geschraubt. Somit war unsere Anlage fertig eingebaut.

Wichtig: Leider kann man nicht einfach irgendeinen Druckminderer oder Gasschlauch verwenden. Beide müssen für den Einsatz im Caravan-Bereich zugelassen sein. Erkennbar ist dies durch ein entsprechendes Symbol in Form eines Wohnmobils bzw. Wohnwagens. Wir haben dieses Set verbaut und hatten bei der Gasabnahme keine Probleme.

Blubbert es irgendwo?

Wie weiter oben schon geschrieben, sollte nach dem Zusammenschrauben unbedingt kontrolliert werden, ob auch wirklich alles dicht ist. Wir haben uns dafür Spüli mit etwas Wasser angerührt und die einzelnen Verbindungen damit eingepinselt. Als alles glänzte und nach frisch gewaschenem Geschirr duftete, haben wir die Gasflasche aufgedreht und geschaut, ob sich irgendwo Blasen bilden.

An einer Stelle mussten wir tatsächlich noch etwas nachbessern, dann war aber alles dicht und es kamen keine weiteren Bläschen.

Um uns zu versichern, dass unserer Spüli Mischung auch keine undichte Stelle entgangen ist, haben wir uns zusätzlich noch eine Dose Lecksuchspray aus dem Baumarkt geholt und den Test damit wiederholt. Aber auch damit konnten wir aber keine weiteren “Lecks” entdecken.

Der große Tag – Auf zur Gasprüfung

Gasprüfung

Nun galt es nur noch unser Werk vom TÜV abnehmen zu lassen. Also schwangen wir uns hinters Lenkrad und machten uns auf den Weg zur Prüfstelle.

Hier wurden die generelle Funktion, die Zündischerung des Kochfeldes (also ob die Gaszufuhr unterbrochen wird, wenn die Flamme ausgeht) sowie die Dichtigkeit der Leitung getestet.

Für unseren Gaskasten gab es dabei sogar ein Lob vom Prüfer und anschließend dann auch den Prüfsticker für unsere Hecktür.

Wir hoffen, dass Dir unser Beitrag gefallen bzw. weitergeholfen hat. Wenn Du noch Fragen hast, schreib’ uns gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag oder eine E-Mail.

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Moin, wir sind Cathi und Flo. Vanarang.de ist ein Vanlife Blog über Roadtrips, unseren Wohnmobilausbau und der Freude daran schöne Orte zu besuchen.

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