vanarang.de - Vanlife Blog, DIY Camper Ausbau,Roadtrips, Camping
Zum Shop

Vanlife, die Lust am Leben und Reisen im Van

Menschen, die in ihren Vans bzw. Wohnmobilen leben oder Langzeitreisen damit unternehmen, gibt es schon lange. Richtig bekannt geworden ist dieser Lebens- und Reisestil aber erst durch die sozialen Medien. Dort tauchte der Begriff Vanlife erstmals Ende der 2000er Jahre auf.

Seitdem und sicher auch beflügelt durch den Camping-Boom der letzten Jahre, hat sich das Vanlife auch hierzulande mehr und mehr zum Trendthema entwickelt.

Auch uns haben der minimalistische Ansatz und das aufs Wesentliche reduzierte Konzept angesprochen… na ja, eher nicht mehr losgelassen. Was dazu führte, dass wir den Mietvertrag für unsere Doppelhaushälfte kündigten und seit September 2020 in unserem selbst ausgebauten Wohnmobil leben.

Auch interessant: Roomtour – Das ist unser selbst ausgebauter Camper

In diesem Beitrag wollen wir mal einen genaueren Blick auf das Thema Vanlife, und was alles damit zusammenhängt, werfen.

Was bedeutet Vanlife?

Wörtlich übersetzt, bedeutet das Wort Vanlife erst mal nichts Anderes als in einem Van zu leben. Das kann dauerhaft, aber auch “nur” während eines Urlaubs oder mal übers Wochenende sein. Der zeitliche Rahmen wird über den Begriff ja nicht festgelegt.

Vanlife ist aber mehr als sich einfach nur für eine gewisse Zeit in seinem fahrbaren Untersatz aufzuhalten.

Für uns bedeutet es vor Allem Freiheit und Abenteuer. Dazu gehört für uns auch von der Norm abzuweichen, uns zu minimalisieren und die Möglichkeit unseren Alltag an einen beliebigen Ort verlagern zu können, wann immer wir es möchten.

Der minimalistische Ansatz ist eines der Dinge, die uns besonders am Vanlife faszinieren. Wir haben nur noch das dabei, was wir zum Leben brauchen und worauf wir nicht verzichten möchten, bzw. wir lernen gerade welche Dinge das sind.

Vanlife in Norwegen

Die Geschichte des Vanlife

Ende der 2000er setzte der amerikanische Fotokünstler Foster Huntington das erste Mal den Hashtag #vanlife. Dieser Begriff verhalf dem zuvor etwas angestaubten Lebensstil wieder zu neuem Glanz.

In seinem fahrbaren Untersatz zu leben ist dabei tatsächlich aber keine neue Erfindung. Schon im 18. Jahrhundert machten es Roma und Sinti als Nomaden in ihren Pferdekutschen vor.

Bis der gute Foster seinen Hashtag setzte, verband man mit dem Leben im Wohnmobil aber fast ausschließlich Aussteiger, Hippies oder Surfer.

Und was bis dahin noch eher als kleine Nische galt bzw. von vielen gar nicht wirklich wahrgenommen wurde, hat heute allein auf Instagram über 8.000.000 Beiträge zum Hashtag #vanlife.

Vanlife in Deutschland

Es dauerte zwar einige Jahre, aber etwa in 2016 “schwappte” der Vanlife Trend dann auch langsam zu uns nach Deutschland herüber. Wie zuvor bereits in Amerika, bildete sich auch hier relativ schnell eine große (und immer noch wachsende) Gemeinde von Fans dieses Lebens- und Reisestils.

Besonders in den sozialen Medien ist das Thema präsent. Inzwischen findet das Vanlife aber auch immer mehr Einzug in die Offline-Welt, z.B. in Form von Vanlife-Treffen, auf Messen oder in TV-Reportagen.

Mit dem Vanlife wurde auch die Nische der DIY Camper, also der selbst ausgebauten Wohnmobile, immer populärer.

Gebrauchte, aber auch neue Transporter und Busse, wie z.B. der Bulli, verkaufen sich inzwischen wie geschnitten Brot. Und werden von ihren stolzen Besitzern zu heimeligen Wohnmobilen ausgebaut.

Unser Jean gehört ebenfalls dazu. Wobei wir erst während des Ausbaus auf die Idee kamen, später auch mal in unserem Camper wohnen zu wollen.

Vanlife - Jean auf dem Waldparkplatz

Vanlife und Corona

Wir sind quasi pünktlich zur zweiten Welle der Corona Pandemie ins Wohnmobil gezogen. Das stellte uns gleich zu Anfang vor ein paar logistische Herausforderungen. Da Camping- und Stellplätze geschlossen waren mussten wir uns z.B. nach Alternativen Möglichkeiten für die Ver- und Entsorgung umsehen und versuchen möglichst nicht aufzufallen.

Zum Glück hat sich die Lage mittlerweile aber wieder deutlich entspannt und wir können das Leben im Wohnmobil nun noch einmal von einer ganz neuen Seite kennenlernen.

Im Blogbeitrag “Vanlife und Corona” haben wir uns mit der damaligen Situation genauer auseinandergesetzt.

Welche Autos eignen sich für Vanlife?

Egal ob Du in Voll- oder Teilzeit mit Deinem Van auf Reisen gehen möchtest, um das zu tun brauchst Du zunächst mal einen Van 😉

Das Wort “Van” dient hier allerdings mehr oder weniger als Platzhalter. Die Vielfalt der Fahrzeuge kennt im Vanlife nämlich fast keine Grenzen.

Auf dem Freiheitsmobile Treffen in Luxemburg haben wir z.B. schon jemanden gesehen, der mit Schwalbe und Zelt unterwegs ist bzw. war, inzwischen ist aus dem Zweirad nämlich ein “Trabbi” geworden.

Ansonsten reicht die Spanne von der gerade erwähnten Schwalbe bis hin zu großen LKW, die zu Offroad- bzw. Expeditionsmobilen ausgebaut werden.

Und natürlich fehlen auch “ganz normale” PKW nicht. Mit Dachzelten, Campingboxen oder einfach durch das Hineinlegen einer Matratze kannst Du auch diese Fahrzeuge in gemütliche Camper verwandeln.

Vanlife mit dem Minicamper

Wichtig ist, was Du möchtest

Wie Du sehen kannst, gibt es also viele Möglichkeiten für unterschiedliche Ansprüche. So muss es nicht unbedingt gleich ein neues Wohnmobil oder ein aufwändiger Selbstausbau sein.

Wichtig ist, was Du möchtest.

Wenn Du Dir noch nicht ganz sicher sein solltest, was das ist, dann wird Dir unser Beitrag “So findest Du den richtigen Van für Deine Abenteuer” bestimmt weiterhelfen.

Was kostet Vanlife?

Die Ausgaben variieren natürlich und wir leben ja noch nicht sehr lange im Camper, aber wir haben trotzdem mal versucht eine Beispielrechnung aufzustellen. Für diese sind wir von unserem Fall ausgegangen im Wohnmobil zu leben und keinen festen Wohnsitz mehr zu haben.

Das klingt zunächst mal deutlich günstiger, als eine Doppelhaushälfte mit ca. 100m² in Hamburgs Speckgürtel zu mieten. Aber obwohl keine Miete mehr zahlen zu müssen natürlich schon ein großes Ersparnis ist, bedeutet es leider nicht, dass wir gar keine Kosten mehr haben.

Zum Beispiel mussten wir ja überhaupt erst mal einen Transporter und das nötige Ausbau-Material kaufen. Ein kleinen Teil davon haben wir mit unseren Ersparnissen abgedeckt und den Rest dann Stück für Stück gekauft, wenn sich wieder etwas Geld auf unserer hohen Kante angesammelt hatte.

Schneller wäre es natürlich gegangen, wenn wir uns einfach etwas Knete von der Bank geholt hätten, dann wäre der Ausbau durch die Zinsen insgesamt aber teurer geworden und wir hätten die Kreditraten an der Backe.

Von diesen “Initialkosten” einmal abgesehen, sind die monatlichen Ausgaben natürlich auch stark vom jeweiligen Lebensstil abhängig.

Wir haben aber mal aufgelistet, welche monatlichen Kosten bei uns anfallen. Im Beitrag “Leben im Wohnmobil” findest Du eine Aufstellung unserer Ausgaben.

Vanlife in der Kritik

Natürlich gibt es nicht nur Anhänger und Fans der Vanlife-Bewegung. Das ist auch ganz normal, schließlich kann nicht jedem immer alles gefallen. Und es wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn jeder das gleiche Hobby hätte.

Aber von unterschiedlichen Meinungen mal abgesehen gibt es zur Zeit leider auch ein wachsendes Problem in Bezug auf den Ruf der Camper, Freisteher und Vanlifer. Diese werden nämlich immer öfter mit Wildcampern in Verbindung gebracht, die das Thema Freiheit auf ihre ganz eigene Art und Weise interpretieren.

Nämlich so, als wenn für sie einfach gar keine Regeln mehr gelten würden.

Es wird sich über Absperrungen und Verbote hinweggesetzt um einen schönen Stellplatz für sich allein und noch “näher an der Natur” finden zu können. Das diese aber darunter leiden und sogar nachhaltig geschädigt werden kann, fliest dabei offensichtlich nicht mit in den Gedankengang dieser Personen mit ein. Vielleicht ist es ihnen aber auch einfach egal.

Ein Beleg für letzteres wären z.B. die Müllberge, die nach der Abreise in der freien Natur zurückgelassen werden. Wie kommen diese Leute eigentlich auf die Idee, dass das auch nur ansatzweise und in irgendeiner Form O.K. sein könnte?

Und wegen dieser rücksichtslosen Person werden leider auch zunehmend die übrigen Camper, Vanlifer und Freisteher in ein schlechtes Licht gerückt. Auch wenn sich diese an Verbote halten und ihren Stellplatz größtenteils sogar sauberer hinterlassen, als sie ihn vorgefunden haben.

Das Team von Vanlust hat sich zu diesem Thema übrigens auch ein paar Gedanken gemacht und ein kleines Regelwerk in Form von 10 Geboten veröffentlicht, die dabei helfen sollen die Themen Camping, Freistehen und Vanlife wieder ins rechte Licht zu rücken.

Was bedeutet Vanlife für Dich?

Kommen wir zur wichtigsten Frage: Was bedeutet Vanlife für Dich? Ist es nur ein neumodischer Begriff für Camping, oder steckt doch mehr dahinter? Ist es nur ein kurzer Trend, oder bereits ein etablierter Lebens- bzw. Reisestil? Und ist man schon ein Vanlifer, wenn man seine Wochenenden “auf der Straße” verbringt, oder steht das Life in Vanlife für Dich tatsächlich dafür auch voll und ganz im Van zu leben?

Wir freuen uns auf Deinen Kommentar.

Nächster Beitrag: Blogger-Adventskalender 2020

Möchtest Du uns gerne unterstützen? – Mehr erfahren

Abonniere unseren Newsletter

Möchtest Du keinen Blogbeitrag mehr verpassen? Dann melde Dich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter an. Mehr Infos

Vielen Dank für Deine Anmeldung :-) Bitte bestätige Deine E-Mail-Adresse jetzt noch über den Link in der E-Mail, die wir Dir gerade geschickt haben.

Oh, da ist leider etwas schief gelaufen. Bitte versuch es nochmal.

Veröffentlicht von Cathi und Flo

Moin, wir sind Cathi und Flo - vanarang.de ist ein Blog über den Selbstausbau unseres Wohnmobils, das Leben darin und der Freude daran schöne Orte zu besuchen.

8 Gedanken zu „Vanlife, die Lust am Leben und Reisen im Van“

  1. Hey ihr 2! 🙂

    Ich bin aufgrund meiner Recherche für meine Masterarbeit auf euren Blog gestoßen.
    Hab mir letztes Jahr auch meinen Van umgebaut und will dieses Jahr voll ins Vanlife starten.

    Ihr habt hier einen sehr gelungen Blogartikel verfasst.
    Besonders eure Definition des Wortes “Vanlife” gefällt mir sehr gut!

    Liebe Grüße,
    Daniel

    1. Moin Daniel,

      vielen Dank für Deinen Kommentar 🙂
      Das klingt ja spannen, worum geht es denn in Deiner Masterarbeit?

      Vielen Dank für Dein Lob und einen schönen Start ins Vanlife.

      Liebe Grüße
      Cathi & Flo

  2. Wirklich guter Artikel mit nützlichen Infos wie zB die Kostenpunkte (ein Thema, das ja die meisten Leute beschäftigt). Danke für den Beitrag, ich finde es immer spannend, über das Vanlife zu lesen.

Schreibe einen Kommentar