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Leben im Wohnmobil | DIY Camper Ausbau | Minimalismus

Wie nachhaltig ist eigentlich unser Leben im Wohnmobil?

Mit dem Einzug in unseren selbst ausgebauten Camper haben wir nicht nur unsere Wohnfläche reduziert, sondern unseren Ressourcen-Verbrauch und den CO² Fußabdruck gleich mit.

In diesem Blogbeitrag werfen wir daher mal einen genauen Blick darauf wie nachhaltig das Leben im Wohnmobil im Vergleich zu unserem früheren Lebensstil ist.

Bevor es los geht aber noch ein kurzer Hinweis:

Mit diesem Beitrag wollen wir uns oder unsere Art zu Leben nicht als DIE EINZIG RICHTIGE hervorheben. Nobody is perfect und wir sind es natürlich auch nicht. 100% Nachhaltig zu Leben ist aus unserer Sicht auch gar nicht möglich.

Es geht hier also nicht darum mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wir möchten Dich nur an unseren Erkenntnissen teilhaben lassen, die wir seit dem Einzug in unseren Camper gewonnen haben. Und wir möchten Dir einen Eindruck davon vermitteln, wie wir so ticken.

Ihr fahrt doch einen alten Diesel, kann man da überhaupt von Nachhaltigkeit sprechen?

Aus unserer Sicht macht es durchaus Sinn „Dinge“ solange zu verwenden, wie sie noch genutzt werden können. Wir werfen ja auch keine Lebensmittel weg, nur weil wir uns ein paar neue gekauft haben.

Zusätzlich sagt das Alter eines Fahrzeugs nicht zwingend auch etwas über den Verbrauch und den Schadstoffausstoß aus.

Wir sind z.B. sehr gemütlich unterwegs und fahren selten schneller als 80 oder 90km/h. Dadurch sparen wir nicht nur Treibstoff, sondern erzeugen auch weniger Abgase.

Ein Neufahrzeug wäre bei diesen Geschwindigkeiten sicher noch sparsamer, aber der Verbrauch während der Fahrt wäre in diesem Fall auch nur ein Teil der Rechnung.

Wenn ein Fahrzeug nämlich neu vom Band läuft, ist seine Nachhaltigkeitsbilanz erst mal schlecht. Selbst wenn damit noch kein einziger Kilometer zurückgelegt worden ist.

Warum? Weil während des Herstellungsprozesses viele Ressourcen, wie z.B. Wasser, benötigt und einige Tonnen CO² entstehen.

Zudem fallen für die Entsorgung von Altfahrzeugen auch wieder CO² Emissionen und viele Liter kostbares Trinkwasser an.

Damit wollen wir natürlich nicht sagen, dass ein Neuwagen immer schlecht ist. Es macht aber auf jeden Fall Sinn sich vor der Kaufentscheidung Gedanken zu machen und ein paar Szenarien durchzurechnen.

Wie hat sich unser Wasserverbrauch durch das Leben im Wohnmobil verändert?

Früher haben wir allein durch die Nutzung der Toilettenspülung an einem Tag fast doppelt so viel Wasser verbraucht, als wir es heute in einer ganzen Woche aus unserem Frischwassertank zapfen.

Der Fairness halber wollen wir zwar nicht unerwähnt lassen, dass wir etwa einmal pro Woche extern duschen gehen und zwei mal pro Monat unsere Wäsche im Waschsalon waschen. Trotzdem steht unser aktueller Wasserverbrauch in keinem Verhältnis mehr zu damals.

Im Haus verbrauchten wir ca. 270 Liter Wasser pro Tag (Dusche, Toilette, Kochen, Hygiene usw…), im Wohnmobil sind es jetzt (inklusive der externen Dusche und dem Waschsalon) nur noch etwa 36 Liter.

Wasserverbrauch Wohnmobil Nachhaltigkeit

Und wie sieht es beim Stromverbrauch aus?

Wir verbrauchen aber nicht nur weniger Wasser, sondern auch sehr viel weniger Strom.

In der Doppelhaushälfte hatten wir einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 2.300kWh im Jahr. Jetzt im Wohnmobil sind es, für den gleichen Zeitraum, grob gerechnet nur noch knapp 110kWh.

Das die Differenz so riesig ausfällt, hatten wir nicht erwartet. Immerhin nutzen wir im Prinzip ja noch die gleichen Geräte (Licht, Smartphone, Laptop usw…). Nur die “großen Brummer”, wie z.B. Herd, Kühlschrank und TV fallen weg. Die hatten es, trotz Energieeffizienzklasse A+ und besser, aber anscheinend in sich.

Wir benötigen aber nicht nur weniger Strom, wir erzeugen auch einen Großteil davon über unsere Solarpanels selbst. Nur in der Zeit zwischen Oktober und März ist die Sonne so selten zu sehen, dass wir alle paar Tage mal ein bis zwei Stunden fahren müssen um die Batterie wieder voll zu bekommen.

Solarstrom im Winter

Insgesamt wirkt sich das Leben im Wohnmobil somit also auch noch positiv auf unsere CO² Bilanz aus. Für 2.300kWh betrug unser CO² Ausstoß früher nämlich ganze 922kg – Jetzt sind es, durch die nötigen Fahrten im Herbst / Winter, noch etwa 590kg.

Wir fahren aber nicht extra nur um die Batterie aufzuladen, sondern kombinieren diese Ausflüge mit dem Wocheneinkauf und / oder der Fahrt zur Ver- und Entsorgung.

Wir kochen jetzt mit Gas

Auch hier hätten wir Dir gerne etwas über einen geringeren Verbrauch erzählt. Im Haus hatten wir aber keinen Gasanschluss, womit uns in diesem Fall die Vergleichsmöglichkeit fehlt.

Trotzdem können wir aber natürlich einmal gegeneinander halten, wie sich die aktuell benötigte Energiemenge und die CO² Emissionen im Vergleich zu vorher entwickelt haben.

Ein E-Herd benötigt für zwei Person etwa eine Leistung von 400kWh pro Jahr, wenn man viel kocht. Bei durchschnittlich 401g CO² pro kWh für die Stromerzeugung ergibt das einen Kohlendioxidausstoß von 160,4kg

Bei Flüssiggas sollen es dagegen nur 220g pro kWh sein. Propangas hat einen Brennwert von knapp 14kWh pro kg, was bei unserem Verbrauch von etwa drei 5kg Gasflaschen pro Jahr einem Wert von 210kWh entspricht. Der Kohlendioxidausstoß für das Kochen im Wohnmobil beträgt in unserem Fall also 46,2kg.

Wohnmobil kochen mit Gas und Nachhaltigkeit

Wie wirkt sich die Standheizung auf unsere Bilanz aus?

In der Doppelhaushalte haben wir elektrisch mit einer Wärmepumpe geheizt. Diese lief zwar hauptsächlich im Herbst und Winter, verbrauchte aber trotzdem ca. 6.000kWh Strom im Jahr.

Wenn wir diese Zahl wieder mit den 401g CO² pro kWh multiplizieren, kommen wir auf einen jährlichen Kohlendioxidausstoß von 2,4 Tonnen.

Unsere Standheizung „schluckt“ etwa 2,4 Liter Diesel pro Tag und läuft ca. 120 Tage im Jahr. Das entspricht knapp 750kg CO² Emissionen.

Und wie wirkt sich unsere Mobilität auf die CO² Emissionen aus?

In der heutigen Zeit ist es nicht unbedingt ein populäres Thema mit einem alten Diesel um die Ecke gefahren zu kommen.

Aber hat sich unser CO² Ausstoß durch den Umzug in ein altes Diesel Wohnmobil tatsächlich erhöht?

Seit wir (vor sechs Monaten) ins Wohnmobil gezogen sind, haben wir ungefähr 8.000 Kilometer zurückgelegt. Aufs Jahr hochgerechnet sprechen wir also von 16.000 Kilometern Fahrleistung.

Bei CO²-Emissionen von 295g pro Kilometer erzeugen wir dadurch 4,7 Tonnen Kohlendioxid im Jahr.

Dazu kommen noch tägliche Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, bei denen wir zusammen etwa 0,5 Tonnen CO² pro Jahr verursachen.

So kommen wir mit unserem aktuellen Lebensstil in Sachen Mobilität auf 5,2 Tonnen CO²-Emissionen pro Jahr.

Als wir noch in der Doppelhaushälfte gewohnt haben, sah die Rechnung so aus:

Mit unserem Caddy haben wir ca. 170g Kohlendioxid pro Kilometer erzeugt. Bei etwa 15.000 Kilometern pro Jahr, kamen wir hier auf 2,6 Tonnen CO².

Dazu kamen für uns beide zusammen ca. 3 Tonnen CO² für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Insgesamt lagen wir also bei 5,6 Tonnen CO² und somit etwas über dem heutigen Verbrauch.

Fassen wir mal zusammen

Das Ergebnis kristallisierte sich zwischen den Zeilen ja bereits heraus. Für die bessere Übersicht fassen wir die wesentlichen Punkte (bis hierher) mal aber nochmal zusammen:

Verbrauch pro Jahr

HausWohnmobil
Wasser91.250 Liter9.490 Liter
Strom2.300kWh110kWh

CO² Emissionen pro Jahr

HausWohnmobil
Strom922kg590kg
Heizung2.400kg750kg
Mobilität5.600kg5.400kg
Gesamt8.922kg6.150kg

Die CO² Emissionen des Wohnmobils aus dem Feld Strom ist im Bereich Mobilität mit einberechnet.

Wir verbrauchen also deutlich weniger Strom und Wasser als vorher und stoßen zusätzlich auch noch weniger Kohlendioxid aus.

Was hat sonst noch Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck?

Ökologischer Fußabdruck

Es gibt natürlich noch viele weitere Möglichkeiten den ökologischen Fußabdruck klein zu halten. Diese sind aber nicht an eine bestimmte Wohnform gebunden, daher haben wir sie nicht mit in den obigen Vergleich einfließen lassen.

Wir ernähren uns z.B. schon seit einigen Jahren größtenteils vegetarisch. Hin und wieder landet mal ein Fisch auf unseren Tellern, aber wir verzichten ansonsten komplett auf Fleischprodukte.

Das spart pro Kopf jährlich 320kg Kohlendioxid und viele tausend Liter Trinkwasser, die bei der Verarbeitung von Fleisch anfallen.

Beim Einkauf von Lebensmitteln schauen wir zudem, dass wir so viele Produkte wie möglich aus der Region und in Bio-Qualität bekommen. Leider ist Ersteres aber nicht immer möglich. Regional angebaute Bananen oder Avocados dürften in Deutschland z.B. sehr schwer zu finden sein.

Generell gehen wir auch schon seit einiger Zeit nicht mehr wirklich „Klamotten-Shoppen“. Wir kaufen meist lieber Gebrauchtes bei eBay Kleinanzeigen und Co. Dort sind die Sachen oft noch in einem sehr guten Zustand und kosten nur ein Bruchteil des Neupreises. Außerdem muss durch unseren Kauf nichts nachproduziert oder in die Verwertung gegeben werden, was wieder Trinkwasser verbraucht und CO² Emissionen in die Luft bläst.

Wenn es dann doch mal etwas Neues sein soll, dann achten wir aber auch auf Nachhaltigkeit und das das auserwählte Kleidungsstück fair produziert wurde.

So sparen wir, verglichen mit dem deutschen Durchschnitt, pro Jahr und Kopf nochmal 200kg CO² ein.

Unser Fazit

Abschließend können wir also, trotz des alten Euro 2 Diesels, von uns behaupten deutlich sparsamer unterwegs zu sein, als früher. Wir verbrauchen nicht nur weniger Strom und Wasser, sondern konnten auch schon ein paar Tonnen CO² einsparen.

Was denkst Du? Kennst Du noch weitere Möglichkeiten Ressourcen zu schonen und den Ausstoß von Schadstoffen zu reduzieren? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Quellen


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Veröffentlicht von Cathi und Flo

Moin, wir sind Cathi und Flo - vanarang.de ist ein Blog über den Selbstausbau unseres Wohnmobils, das Leben darin und der Freude daran schöne Orte zu besuchen.

Ein Gedanke zu „Wie nachhaltig ist eigentlich unser Leben im Wohnmobil?“

  1. Liebe Cathi, lieber Flo, vielen Dank für die Aufstellung! Sie gefällt mir sehr! Ich bin vor bald 2 Jahren in einen vw sharan gezogen und seit etwa einem halben Jahr steh ich mit diesem auf einem befreundeten Gartengrundstück und verweile da schon den ganzen Winter über. Ich hab es damals noch etwas extremer gemacht, indem ich noch auf das heizen verzichtet habe. Mittlerweile denke ich aber, muss man sich das Leben nicht so extrem ungemütlich machen, wobei es bei dem zahmen Winter 2020 ganz gut ging. Aber das fahren hat mir aus nachhaltigkeitssicht irgendwie einen Spaßdämpfer verpasst. Das macht mich tatsächlich immer noch traurig. Ich bin da vllt zu ernergisch, aber wo zieht man die Grenze? Ich finde es super spannend, wie gering euer Stromverbrauch ist. Ich mag euren Blog und was ihr so macht und freu mich immer wieder über euren Newsletter.
    Liebe Grüße
    Andy

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