Batteriegröße für das Wohnmobil berechnen

Unser Camper Ausbau
Strombedarf berechnen und Batteriegröße planen
Enthält Werbelinks.Weitere Informationen am Ende des Beitrags.

Wie groß muss so eine Bordbatterie eigentlich sein bzw. welche Kapazität (Ah) sollte sie mindestens haben, um ein paar Tage lang autark stehen zu können?

Also ohne zwischendurch den Motor laufen zu lassen (Ladebooster), oder die Kabeltrommel für den Landstromanschluss auspacken zu müssen.

Wir hoffen, dass Du an dieser Stelle jetzt keine Antwort, wie z.B.: “Eine 230 Ah AGM Batterie sollte auf jeden Fall ausreichen…” erwartet hast. Denn ohne ein paar Infos lässt sich leider nicht so aus dem Stehgreif sagen, welche Batterie die richtige ist.

Zum Glück ist es aber auch nicht super kompliziert es herauszufinden. In diesem Beitrag erklären wir Dir, wie wir damals an die Sache herangegangen sind. Und wir haben zusätzlich einen Rechner gebaut, über den Du Deinen täglichen Strombedarf berechnen kannst und welche Kapazität eine AGM oder LiFePo4 Batterie haben sollte, damit Du eine Woche lang damit auskommst.

So haben wir unseren täglichen Strombedarf ermittelt

Um überhaupt erst mal einen Überblick zu bekommen, haben wir uns eine Liste der Geräte erstellt, die wir in unserem Camper mit Strom versorgen möchten.

Darauf standen Geräte wie z.B.

  • Smartphone und Laptop Ladegeräte
  • LED Spots
  • Wasser- bzw. Tauchpumpe
  • Heizung
  • Kühlbox
  • usw…

Anschließend haben wir geschaut ob sich diese Geräte über 12 Volt oder per USB laden bzw. versorgen lassen.

Wir wollten nämlich möglichst ohne Wechselrichter auskommen. Am Ende haben wir uns zwar trotzdem einen eingebaut, den haben wir bisher allerdings nur als Ladegerät für unsere Bordbatterie genutzt.

Wenn Du eine Kapsel- oder Padmaschine bzw. ähnlich leistungshungrige Gerätschaften mit auf Reisen nehmen möchtest, wirst Du wahrscheinlich nicht um einen Wechselrichter mit entsprechender Leistung herum kommen.

Aber wir schweifen ab 😉

Welches Gerät braucht wie viel Leistung?

Im nächsten Schritt haben wir unsere Liste dann um eine Spalte erweitert, in die wir eingetragen haben, welche Leistung die einzelnen Geräte brauchen.

Keine Angst, diesen Wert musst Du natürlich nicht im Kopf haben, er ist meistens auf das Netzteil bzw. auf das Gerät selber aufgedruckt:

Wenn die Leistung (W) nicht angegeben wurde, dann kannst Du Dir diese auch einfach errechnen. Dazu schaust Du, welche Zahlen der Aufdruck im Bereich “Output” (bei Netzteilen) bzw. “Input” (am Gerät selber) für Spannung (V) und Strom (A) enthält und multiplizierst diese miteinander.

Netzteil 60 Watt
Dieses Netzteil liefert z.B. 60 Watt (20 Volt * 3 Ampere) für das angeschlossene Gerät.

Alternativ kannst Du Dir die Leistung aber auch hier ausrechnen:

Welche Spannung (V) benötigt der Verbraucher?

Welchen Strom (A) benötigt der Verbraucher?

Tipp: Für Geräte, die über einen Wechselrichter betrieben werden müssen (z.B. Kaffemaschine, Fön, etc…) solltest Du nochmal 10 bis 15% auf die benötigte Leistung draufrechnen. Für das Umwandeln der Spannung wird nämlich auch Energie benötigt.

Wie viele Stunden laufen unsere Geräte pro Tag?

Nachdem wir für jeden Eintrag unserer Liste einen Leistungswert eingetragen hatten, machten wir uns Gedanken darüber, wie lange die einzelnen Geräte durchschnittlich pro Tag laufen werden.

  • Smartphone und Laptop müssen z.B. jeweils für ca. zwei Stunden geladen werden
  • Das Licht erhellt den Wohnraum etwa drei Stunden pro Tag
  • Die Heizung läuft (im Winter) 24 Stunden durch
  • Die Kühlbox läuft etwa 16 Stunden, da der Kompressor aber nur einmal pro Stunde für ca. 15 Minuten aktiv ist, haben wir die 16 Stunden durch vier geteilt um auf die tatsächliche Laufzeit zu kommen
  • usw…

Auch diese Zahlen haben wir in unsere Tabelle eingetragen und dann berechnet, wie hoch unser täglicher Strombedarf ist.

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Strombedarf berechnen

Die Formel dafür lautet: (Leistung * Stunden pro Tag) / Spannung
(für das Aufladen eines Smartphones könnte die Formel so aussehen: (18*2)/12 = 3Ah )

Die Strombedarf lässt sich bestimmt auch anders berechnen, aber wir haben es eben so gemacht 😉

Du musst jetzt aber natürlich nicht jeden einzelnen Eintrag Deiner Liste im Kopf berechnen, Du kannst dafür einfach unseren Rechner nutzen. Dieser zeigt Dir übrigens auch gleich mit an, wie groß Deine Batterie sein sollte um eine Woche lang (bei Deinem täglichen Stromverbrauch) autark stehen zu können.

Hier noch eine kleine Ausfüllhilfe für das Feld “Stunden pro Tag”:

  • 10 Minuten = 0,17 Stunden
  • 15 Minuten = 0,25 Stunden
  • 20 Minuten = 0,33 Stunden
  • 25 Minuten = 0,42 Stunden
  • 30 Minuten = 0,5 Stunden
  • 35 Minuten = 0,58 Stunden
  • 40 Minuten = 0,67 Stunden
  • 45 Minuten = 0,75 Stunden
  • 50 Minuten = 0,83 Stunden
  • 55 Minuten = 0,92 Stunden
Gerät Wie viele Stunden pro Tag? Wie viel Watt?

Wie viel Watt haben Deine Solarpanels insgesamt?

Hinweise:
Die Ergebnisse sind rechnerisch und müssen nicht zwingend dem tatsächlichen Verbrauch entsprechen. Wenn Du Dir unsicher bist, schick’ uns gerne eine Nachricht oder setze Dich mit dem Fachmann Deines Vertrauens zusammen.

Es kann ggfs. sein, dass eine Batterie alleine nicht ausreicht, um Deinen Strombedarf zu decken. In diesem Fall kannst Du einfach mehrere Batterien des gleichen Typs und der gleichen Leistung parallel schalten, bis die benötigte Kapazität erreicht ist.

Auch interessant: Kabelquerschnitt berechnen – Wie geht das und warum ist es wichtig?

Wichtig: Batterie nie zu 100% entladen

Du hast Dich vielleicht gewundert, dass der Rechner so hohe Werte (Ah) für Deine künftige Batterie anzeigt.

Es reicht leider nicht aus den täglichen Stromverbrauch mal sieben zu nehmen, um auf die passende Batteriegröße für eine Woche zu kommen, da mit bedacht werden muss, dass eine Batterie nie zu 100% entladen werden sollte.

Dies kann sich nämlich sehr schlecht auf ihre Lebensdauer auswirken bzw. sie sogar unbrauchbar machen.

  • Eine AGM Batterie sollte daher möglichst nicht tiefer als 50% entladen werden
  • Und eine LiFePo4 nicht tiefer als 80%

Es kann mal gutgehen die Batterie tiefer zu entladen, aber in der Regel mag sie es nicht so gerne.

Was ist der Unterschied zwischen einer AGM und einer LiFePo4 Batterie?

In den beiden Batterietypen kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Auf diese näher einzugehen würde aber den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen.

Wir haben aber mal einen kleinen Kennzahlenvergleich für Dich erstellt, der die Vor- und Nachteile der jeweiligen Technik aufzeigt:

AGMLiFePo4
Preisca. 100 – 200 € für 100 Ahca. 800 – 1.000 € für 100 Ah
Ladezyklenca. 500 – 1.200ca. 2.000 – 6.000
Entladetiefe (DOD)ca. 30% bis max. 50%ca. 80%
Gewicht (100Ah)ca. 30 kgca. 15 kg

Eine LiFePo4 Batterie braucht weniger Platz, wiegt weniger, kann tiefer entladen werden und hat eine längere Lebensdauer. Dafür kostet sie in der Anschaffung aber auch um Einiges mehr als eine gute AGM Batterie.

Trotz des höheren Preises überwogen für uns die Vorteile der LiFePo4 Technik. Daher fiel unsere Wahl am Ende auch auf eine Batterie dieser Art. Bisher haben wir die Ausgabe auch nicht bereut.

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