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To pee or not to pee

To pee or not to pee

Enthält Werbelinks.Weitere Informationen am Ende des Beitrags.

Von “Wir bauen mal eben schnell eine Trenntoilette ein” bis zum fertigen Dreimonatsprojekt…

Das große Finale eines Dramastückes in fünf Akten… oder waren es sechs? Egal, auf jeden Fall sind wir jetzt happy 😉

In diesem Beitrag berichten wir von unserem Leidensweg beim Einbau der Trenntoilette und zeigen Dir, wie wir das Problem am Ende gelöst haben.

Das Pipitank-Problem – Erster Akt

Es hätte alles so einfach sein können:

  • Kasten bauen
  • Trenneinsatz oben drauf
  • Pipi und Dutti-Behälter unten rein
  • fertig

Bei uns lief es allerdings etwas anders, weil unser Kasten (das Gehäuse für die Trenntoilette) platzbedingt etwas zu knapp bemessen war.

Und so passte der Behälter für “das Flüssige” nicht vor den großen Eimer.

Nicht genügend Druck auf der Leitung – Zweiter Akt

Kein Problem, dachten wir, dann stellen wir den Pipi-Kanister einfach daneben und stöpseln einen Schlauch zwischen den Abfluss des Trenneinsatzes und den Deckel des Behälters…

Gesagt, getan. Erst mal sah auch alles gut aus. Was wir allerdings nicht bedacht hatten, war der große Steigungswinkel, den “die Flüssigkeit” erkraxeln musste um in den Pipi-Kanister “fließen” zu können.

Wie die Überschrift es schon verraten hat, hatten (und haben) wir dafür im wahrsten Sinne des Wortes nicht genügend Druck auf der Leitung. Also musste eine neue Lösung her.

Der Faltkanister der Düfte – Dritter Akt

Tja, wenn der eine Behälter nicht passen will, muss halt ein anderer her. Also schnappten wir uns einen Faltkanister, den wir von unseren Ausflügen mit dem Caddy noch herumliegen hatten.

Einen gekürzten Gartenschlauch und ein paar Schlauchschellen später hatten wir das gute Stück angeschlossen und fuhren frohen Mutes los in ein verlängertes Pfingst-Wochenende.

Während unserer Tour lief alles gut. Nichts tropfte oder roch irgendwie verdächtig. Also schlossen wir das Kapitel innerlich ab und freuten uns über einen weiteren Haken auf unserer ToDo-Liste.

Als wir dann zurück waren und den Tank leeren wollten, eröffneten sich uns aber neue Probleme.

Um den Kanister zu leeren, mussten wir nämlich zunächst mal die Schraubverbindungen wieder lösen. Allein das machte diese Lösung schon irgendwie unattraktiv.

So richtig von dieser Variante verabschiedeten wir uns aber erst, als wir den Kanister aus der Lücke zogen, in die wir ihn ein paar Tage zuvor gestopft hatten.

Jedes Mal, wenn wir an dem Behälter zogen oder ihn sonst irgendwie bewegten, breitete sich ein doch recht intensiver Duft aus…

Einerseits ein gutes Mittel um Fliegen oder generell andere Lebewesen zu vertreiben, andererseits aber auch eine Erfahrung, die wir mit Sicherheit kein zweites Mal machen wollten.

Also musste wieder eine neue Lösung her…

Pipi kommt uns nicht mehr in die Hütte – Vierter Akt

Nachdem sich unsere Geruchsnerven langsam wieder erholt hatten und die Augen nicht mehr tränten, beschlossen wir spontan den Pipitank nach draußen zu verlegen.

Dafür bohrten wir ein paar kleine Löcher ins Bodenblech, durch die wir den Abwasserschlauch, das Kabel für den Füllstandssensor und die Schrauben für die Befestigung der Lochbänder führten. Letztere sorgten für einen stabilen Halt des Tanks… wenn er denn gepasst hätte.

Wir wissen noch nicht genau wie, aber wir hatten uns um paar wichtige Zentimeter vermessen…

Kurzerhand tauschten unser alter Frischwasser- und der neue Abwassertank die Plätze. So hatten wir nicht nur ENDLICH ein passenden Pipibehälter (dachten wir), sondern konnten auch mehr Frischwasser mitnehmen.

Win Win… oder auch nicht.

Jauchen die Bauern hier alle gleichzeitig? – Fünfter Akt

Nachdem alles verschraubt und getestet war, sah es erst mal so aus, als wenn wir den ausradierten Haken auf unserer ToDo-Liste wieder setzen durften.

Mit neuem Mut im Gepäck machten wir uns wieder auf den Weg und fuhren einmal quer durch Deutschland. Neun Tage lang ging auch eigentlich alles gut. Doch dann kam der Heimweg…

Nach einer etwas schärferen Bremsung zog plötzlich ein merkwürdiger Geruch durchs Wohnmobil. Erst dachten wir, dass die Bauern ihre Felder düngen würden. Aber auch nach einigen Kilometern wollte der Duft nicht verschwinden. Hatten sich die Landwirte etwa abgesprochen?

Der Geruch kam aber nicht von draußen, sondern aus dem WC. Durch das Bremsmanöver hatte sich nämlich der Schluck Flüssigkeit aus unserem Siphon in den Pipitank gestürzt und somit war kein Geruchsverschluss mehr vorhanden.

Gleichzeitig wies uns der Siphon dann auch noch darauf hin, dass wir seine Schraubverbindung lieber nochmal mit etwas Teflonband abdichten sollten.

Na ja, eine Kleinigkeit. Das Dichtband war schnell eingesetzt und beim Bremsen würden wir künftig besser aufpassen. Also alles gut?

Siphon abdichten

Der “Frischwasser”-Kanister von Undichtistan – Sechster Akt

Ein paar Tage später unternahmen wir wieder einen Ausflug. Und auch diesmal lief erst mal wieder alles gut.

Bis wir lernen mussten, warum Unterflurtanks generell aus etwas dickerem bzw. festerem Kunststoff angefertigt werden.

Durch die Vibrationen des Fahrzeugs hatte sich der (zugegeben recht schwere) Abflusshahn durch ruckartige auf und ab Bewegungen aus seiner Verschraubung gelöst.

Die Plastikwand des einstigen Frischwasserkanisters war einfach zu dünn um dem Gewicht des Hahns bzw. der Bewegung des Fahrzeugs etwas entgegensetzen zu können.

Als Folge dessen bildete sich unter unserem DIY Camper eine kleine Pfütze. Erst mal nicht so schlimm, da sie nicht besonders groß war, dafür machte sich der undichte Abfluss durch einen alten Bekannten bemerkbar: “schnupper… puh, was riecht denn hier s… och nö…”

Noch einmal mit Gefühl – Das große Finale

So langsam aber sicher fühlten wir uns wie bei “Und täglich grüßt das Murmeltier…”. Es wollte einfach nicht funktionieren…

Als wenn uns das Universum irgendetwas mitteilen wollte.

Aufgeben war aber keine Option. Daher entsorgten wir den alten Kanister und überdachten unser Abwasser-Konzept noch einmal komplett.

Wir besorgten uns dann einen neuen Unterflurtank, neue Tankdurchführungen und einen neuen Auslasshahn.

Dann kam der große Tag. Wir verschraubten alle Teile miteinander, brachten unsere Konstruktion unter der Bodenplatte unseres Campers an und ließen einige Liter Wasser durchlaufen.

DICHT!

Noch trauten wir uns aber nicht vor Freude in die Luft zu springen. Dafür waren wir schon zu oft an diesem Punkt. Erst die nächsten Fahrten und Ausflüge sollten zeigen, ob der Pipitank Mark III nun endlich so funktionierte, wie er sollte.

Zwei Wochen fuhren wir knapp 10 Liter Wasser darin durch die Gegend. Zu unserer großen Freude waren diese nach Ende der Testphase noch immer im Tank. Wir konnten also zum Test unter realen Bedingungen übergehen. Und auch diesen bestand Mark III mit Bravour.

Mittlerweile wohnen wir in unserem Selbstausbau, so dass der Tank bereits viele Liter kommen und gehen sehen konnte. Tja und er funktioniert immer noch 🙂

So hat ein langes “Drama” nun doch noch ein glückliches Ende gefunden und pieschern macht endlich wieder Spaß 😉

Unsere DIY Trenntoilette

Epilog: Und das ist nun unsere Unterflur-Konstruktion

Da wir leider keinen größeren Tank mit passenden Einbaumaßen für unseren 1999er Jumper finden konnten, entschieden wir uns für ein kleineres 15-Liter Exemplar*.

Anders als befürchtet müssen wir ihn aber zum Glück trotzdem nicht jeden Tag leeren. Je nachdem, wie häufig wir uns erleichtern müssen, muss der gute Zwirbeljean etwa alle drei bis fünf Tage auch mal für kleine Camper.

Wie Du auf dem obigen Bild sehen kannst, haben wir auf der Oberseite des Tanks einen Füllstandssensor* (leider sieht man hier nur den kleinen grauen Steckeranschluss), einen kleinen Lüftungsschnorchel und eine Tank- bzw. Regentonnendurchführung mit Schlauchanschluss (19mm) eingebaut.
Letzteren und sein Gegenstück am Siphon haben wir mit einem einfachen Gartenschlauch verbunden.

Diese ganzen Anschlüsse brauchen natürlich etwas Platz. Daher mussten wir noch einen “Abstandshalter” finden, der verhindert, dass der Tank direkt ans Bodenblech gedrückt wird. Dafür besorgten wir uns eine Unterlegematte aus hartem Gummi und zerschnitten sie in Streifen.

Diese haben wir dann mit Dekasyl MS-5* aneinander geklebt und so insgesamt zwei Blöcke gebastelt. Davon klebten wir anschließend jeweils einen auf die vordere und einen auf die hintere Seite des Tanks.

Damit war dieser nun vorbereitet und wir konnten uns um die Anschlüsse auf der unteren Seite kümmern.

Ablauf des Unterflurtanks

Etwa in der Mitte des Bodens haben wir wieder eine Regentonnendurchführung eingeschraubt. Anders als auf der Oberseite allerdings eine, die von Innen möglichst flach aufliegt, damit auch jedes Tröpfchen Flüssigkeit die Chance hat aus dem Tank herauszukommen.

An der Durchführung haben wir nochmal ein kleines Stück von unserem Gartenschlauch befestigt und diesen weiter vorne wiederum mit einem Kugelhahn verbunden.

Damit nichts wackelt und sich dadurch irgendwelche Schraubverbindungen lösen, haben wir unterwegs alles mit Kabelbindern gesichert.

Unterflurtank mit Auslasshahn und Schlauch

Wie Du sehen kannst, hatten wir immer noch etwas von dem Gartenschlauch übrig und haben den Rest davon am Kugelhahn befestigt.

Das bringt gleich zwei große Vorteile mit sich:

  • Wir können den Hahn gefahrlos aufdrehen ohne Angst vor “Spritzern” haben zu müssen
  • Falls der gute Zwirbeljean mal nicht direkt über die Bodenöffnung einer Entsorgungsstation fahren kann, können wir einfach den Schlauch nehmen und ihn ins “Loch” halten.

Und damit das Ding nicht die ganze Zeit auf dem Boden herumschleift, haben wir ihn mit Werkzeughaltern befestigt. Dabei wollten wir natürlich vermeiden, dass uns diese Halter das Blech zerkratzen können und haben sie mit weiteren Ausschnitten aus unserer Gummimatte gepolstert.

Befestigt haben wir dann auch hier wieder alles mit Kabelbindern, damit wir nicht bohren mussten.

Im Endeffekt fragen wir uns mal wieder, wie nur so viel Zeit dafür draufgehen konnte… Aber manchmal müssen solche Projekte wohl erst verschiedene Lernphasen durchlaufen, bevor alles glatt läuft bzw. dicht ist 😉

Wie war bzw. ist das bei Dir?

Hast Du auch eine Trenntoilette? Wenn ja, wie hast Du die Sache mit dem Urintank gelöst? Schreib es uns gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag. Wir sind schon gespannt 🙂

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Moin, wir sind Cathi und Flo. Vanarang.de ist ein Vanlife Blog über Roadtrips, unseren Wohnmobilausbau und der Freude daran schöne Orte zu besuchen.

Kommentare

  • 30. September 2020

    Sehr Interessanter Artikel. Da habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht. Hab ich immer als selbstverständlich angesehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Miss Katherine White
    work-life-balance
    https://www.miss-katherine-white.com/mein-blog-ist-jetzt-1-jahr-alt/

    Antworten
  • 26. Oktober 2020

    Ach du Scheiße! Oder eher “Ach du Pippi”? 😀

    Na, da habt ihr aber fürs Leben gelernt würde ich sagen! 😀 Danke für diesen amüsanten Beitrag. Wir wollen auch eine TTT verbauen und werden sicherheitshalber nochmal den Sitzkasten ausmessen gehen :-).

    Wie genau entleert ihr denn den Unterboden-Pippi-Kanister? Irgendwie habe ich das nicht ganz kapiert.

    Viele Grüße,
    Viktor

    Antworten

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